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Arbeitskreis Ampbibienschutz
der Kreisgruppe Altötting des Bund Naturschutz in Bayern e.V. Kontakt: Dr. med. Götz Fenske, Binderhäusl, 84367 Zeilarn, tel. 08572/1474
Dr. Herbert Barthel, Lessingstr. 13, 84547 Emmerting, tel. 08679/2815
Der Arbeitskreis wurde 1997 von Götz Fenske gegründet. Ursprüngliches Ziel: - Wiederausbreitung der Wechselkröte in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet an Inn und unterer Alz im Landkreis Altötting.
Weitere später übernommene Aufgaben: - Artenhilfsprogramm für den Kammmolch; - Anlage von Laichbiotopen für Laubfrosch und Gelbbauchunke
KonzeptionEs gibt kaum einen Bereich in dem der Naturschutz so erfolglos war und ist wie beim Amphibienschutz. Unsere Erfolglosigkeit hat aber auch einen wichtigen Grund, den
wir bei uns selbst suchen müssen – unsere handwerklichen Fehler! Die üblichen Tümpel, die überall von Naturschützern gebaut wurden, nutzen den Problemarten, von denen hier einige genannt sein sollen, nichts: Sie nutzen nicht der Wechselkröte, nicht der Gelbbauchunke, nicht dem
Laubfrosch und nicht dem KammmolchArten wie Wechselkröte, Gelbbauchunke und Laubfrosch
benötigen Kleinstgewässer als Laichgewässer, von ca. 30 cm Tiefe, vorzugsweise vegetationsarm und – das scheint eine “conditio sine qua non“, ein “MUSS” zu sein – die unbedingt vorübergehend austrocknen!Zum Kammmolch: Wo gibt es unter den “Kammmolch-Gewässern” unter den
heutigen Bedingungen eines, das nicht nach einiger Zeit mit Fischen besetzt ist? Kammmolch-Gewässer "altern", soll meinen, wenn sie einige Jahre bestehen, weisen sie immer weniger sich reproduzierende Tiere auf: Fraßfeinde
wie Fische, aber auch Libellenlarven in Überzahl, unterdrücken den Nachwuchserfolg. Arten wie der Kammmolch benötigen vegetationsreiche Kleingewässer von mittlerer Tiefe als Laichgewässer, die durch Neubildung, zeitweises Austrocknen oder
Auspülen bei Überflutung frei von Fischen und anderen Fraßfeinden gehalten werden – auch hier ein “MUSS”.Man muß es deutlich sehen: Unsere “Problem-Amphibien” - andere vielleicht weniger - sind die Pioniere an neu entstandenen
Kleingewässern. Diese Kleinpopulationen können dem Druck der mehrjährigen Großinsekten und Fische nicht begegnen. Hierfür mag es vereinzelte Gegenbeweise geben, aber im allgemeinen scheint dies das dominierende Faktum zu
sein. Unsere Landschaft ist in extremen Maße wasserbaulich geschuhriegelt und drainiert. Nun gibt es in den Naturschutzverbänden Großstrategen, die argumentieren, erst wenn in den Flußauen wieder ein dynamisches Wasserregime mit
Überschwemmungen und Kleingewässerbildung hergestelIt ist, werde sich das ändern. Ist eine solche Vorstellung realistisch? Wie sollte dies an einem Fluß mit lückenloser Stauwerkskette wie dem Inn bewerkstelligt werden ? Andererseits ist die
Verbreitung von Arten ein unersetzliches Dokument mit einem derzeit nicht abschätzbarem genetischen Reservoir. Das Verschwinden von Arten, großflächig aus unserer Heimat, muß daher mit allen Mitteln verhindert werden. Dies gilt auch
für Randpopulationen (z.B. die Wechselkröte in Oberbayern). Wir werden also auch zunächst bis auf weiteres auf Kleinmaßnahmen, also auch weiterhin auf das Neuanlegen von z.B. Klein(st)gewässern, angewiesen sein.
Sein Werkzeug - wenn man das so sagen darf - ist einerseits der Bagger, aber auch die Motorpumpe: Das Auspumpen im Herbst kann das natürlich Austrocknen eines temporären Tümpels oder eines Gumpens ersetzen. Bei Neuanlage von Gewässern
werden wir anstreben, von vornherein einen Wasserablauf einzubauen.
Mit den folgenden Techniken haben wir sehr flache Laichgewässer (ca 30 cm Tiefe) angelegt:
- Bodenverdichtung mit Rüttelgeräten
. Die Methode funktioniert, wenn ein ausreichender Anteil bindigen Materials (Lehm, lehmige Rotlage) im Untergrund vorhanden ist. Gravierende Nachteile: Nur an wenigen Stellen anwendbar, muß immer
wieder wiederholt werden (z.B. Durchfrieren des Bodens im Winter lockert tiefgründig wieder auf) und ist daher langfristig zu arbeitsaufwendig.
- Vegetationsfreie grundwassergespeiste Kiestümpel
. Es muß gewährleistet sein, dass sich das Wasser ausreichend erwärmt, schon daher ist ein flaches Gewässer erforderlich! Mit diesem Typus haben wir gute Erfahrungen gemacht. Vorteil:
geringer Arbeitsaufwand (im Herbst entleeren und oberen Gewässergrund abtragen).
Vegetations-freie Lehmtümpel. Der Lehm muß kostenträchtig antransportiert werden. Hohe Kosten bei der Neuanlage, großer Pflegeaufwand bei der Beseitigung von überwuchernder Vegetation
Tümpel mit unsichtbar vergrabener Folie.
WohI die beste Methode.
Die Laichgewässer haben eine Größe von 10 - 250 m².
Unser derzeitiges Urteil: Mehrere kleine Gewässer sind günstiger zum Unterhalten als große. Unsere Beobachtung: Liegen mehrere Gewässer nahe beieinander, werden die neuangelegten bevorzugt.
Artenhilfsprogramm Kammmolch im Landkreis Altötting.Eine
faunistische Studie zum Vorkommen des Kammmolchs im Landkreis
wurde in 2001 erstellt. Zählt man alle KIeinvorkommen, in denen nur 1 - 2 Tiere gefangen wurden mit, so haben wir im Landkreis Altötting rund 10 Vorkommen.Von einem Gewässer ist uns seit 25 Jahren definitiv bekannt, daß die
Kammmolch-Population konstant ist: Die Lengthaler Gieß in Mehring. Diese “Gieß”, ist ein temporäres Gewässer, also ein ansonsten trockener Wiesengraben der 1 - 5 mal im Jahr von großen Wassermengen durchfloßen wird, dabei werden Gumpen
gefüllt, aber auch durchspült und dabei Fraßfeinde ausgedünnt.
Ansonsten fanden wir die auch aus der Literatur bekannte Beobachtung: Zunächst reichliche Produktion von Kammmolch-Larven, im Laufe der Jahre immer weniger, schließlich
Verschwinden der Art. In solchen Fällen halten wir das Leerrpumpen der Gewässer für notwendig; Fische und Insekten müssen andernorts ausgesetzt werden. Ansonsten:
- Neuanlage von Kammmolch-Gewässern in ausreichender Größe und Tiefe möglichst mit Vorrichtung zum Ablassen des Wassers
- Gestaltung von Landlebensräumen und Strukturen für die Wanderung an Land.
Wechselkröte Kammmolch Gelbbauchunke Laubfrosch
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